Das Ausreißerpony

 

„Mama, Mama!“ „Was ist denn Julia?“ „Stell die vor, Sabrina ist weg.“ „Was, schon wieder!“ „Ja!“ „Wir müssen sie suchen!“, meinte Mama. „Los geht’s!“, rief ich.

 Wir sind nicht lange gegangen, da kam Bauer Müller. Er schimpfte: „Sabrina hat meine Äpfel gefressen!“ „Oh nein, das auch noch!“, rief Mama. „Wieso das auch noch?“, fragte Müller. Mama erklärte: „Dass Sabrina ausreißt ist schlimm genug, aber dass sie deine Äpfel gefressen hat, ist der Horror.“ Ich fragte dazwischen: „Wo ist sie jetzt?“ „Sie steht in meinem Stall“, antwortete Müller. „Ich hole sie!“, rief ich im Rennen.

Doch als ich am Stall war, erlebte ich eine Überraschung, Sabrina war weg. Ich schrie: „Sie ist weg!“ „Das kann nicht sein, die Stalltür ist zu!“, rief er. „Ist sie nicht!“, rief ich zurück. Mama und Müller kamen schon und guckten sich die Sache an. „Das kann nicht sein“, murmelte Müller. „Die Stalltür war zu.“ „Mag sein, aber Sabrina knackt jedes Schloss“, erklärte ich. Und wir suchten weiter. Bald hatten wir sie gefunden. Wir fingen sie ein und brachten sie auf den Hof. Auf dem Hof war ein Durcheinander, mein Vater war wegen Sabrina besorgt, Julian ist vom Pferd gefallen und meine kleine Schwester konnte sich noch nicht alleine anziehen. Papa hatte versucht Susi anzuziehen, doch Susi wollte von Mama angezogen werden. Ich ging auf mein Zimmer und guckte auf die Koppel, wo Sabrina mit My Lord rumtobte. My Lady guckte eifersüchtig zu. Ich rannte auf die Koppel, um Sabrina zu reiten. Doch als ich auf der Koppel war, war Sabrina weg. Ich lief ins Haus und erzählte Mama und Papa was passiert war. Papa meinte: „Wir müssen Sabrina verkaufen, das ist mein letztes Wort.“ Ich schrie: „Nein, ich will nicht, dass Sabrina verkauft wird!“ Aber Papa war schon auf der Suche nach Sabrina und hatte sie auch bald gefunden. Er hatte in der Zeitung einen Bericht darüber schreiben lassen, dass sie Sabrina verkaufen. Gleich, als ich am nächsten Morgen wach war, hatte Papa Sabrina schon verkauft. Ich fragte: „An wen hast du Sabrina verkauft?“ Papa erwiderte: „Ich sage es dir nicht!“ Ich schluchzte: „Sabrina war mein Lieblingspony, außerdem hast du sie mir geschenkt!“ „Habe ich gar nicht“, erwiderte er. Ich rannte auf die Koppel und drückte mein Gesicht an den Hals von My Lady. „Sabrina ist weg!“, schluchzte ich. Doch nach ein paar Stunden brachte der Besitzer Sabrina wieder zurück und sagte: „Ich würde sie nicht verkaufen, weil sie immer ausreißt!“ Doch Papa versuchte es immer und immer wieder. Irgendwann kam ein Mann, der ganz weit weg in einem anderen Land wohnte. Er nahm My Lady und Sabrina mit. Als ich dann auf der Koppel stand, brach ich in Tränen aus. Und ich schluchzte: „Erst Sabrina und jetzt auch noch My Lady! Ich verzweifle langsam!“ Ich ritt mit My Lord durch den Wald und erzählte ihm, was passiert ist. Er hörte aufmerksam zu. Doch plötzlich erschrak er und galoppierte los. Ich stürzte und sah, wie zwei große glühende Augen immer näher kamen. Und ich erkannte, dass es ein junger hungriger Wolf war. Ich schrie auf und rannte davon. Der Wolf kam immer näher. Ich rannte noch schneller und schneller, doch der Wolf kam immer und immer näher. Ich schrie: „Hilfe, hilft mir denn keiner?“ „Da vorne ist ein Baum, da klettere ich rauf“, dachte ich. Als ich oben war, gab der Wolf auf und verzog sich wieder. Ich lief nach Hause und sah My Lord, My Lady und Sabrina  auf der Koppel stehen und ich war glücklich, dass sie beide wieder da waren. Papa und Mama waren glücklich, dass ich wieder froh war. Was aus Julian und Susi geworden ist? Julian fällt jetzt nicht mehr vom Pferd und Susi kann sich alleine anziehen.

 

Maite Nößler, Klasse 4a