Lynarstr 1-3 a

 

Lynarstr.1-3a vor 100 Jahren. Doppelvilla, 1899 von Friedrich Schulze, Aufnahme um 1900.

Grunewald, die Neigung zum Burgenbau in den Privatbau um. Sparsame Holzpartien und Natursteindetails differenzieren den kantigen roten Verblendbau über Bruchsteinsockel, den ein kräftiger, Viereckturm überragt. Die beiden heute nicht mehr erhalten bzw. stark veränderten Bauten in der Hertastr. 16 und 18 wurden 1899 von der neugegründeten Gemeinde erworben und baulich miteinander verbunden, zum Amthaus umgestaltet. Schon das erste Amtshaus heute die Feuerwache in der Wernerstr. 13 hatte die Gestalt eines kleinen Landhauses. Ein repräsentatives Rathaus an einen exponierten Platzstand dem Anschein nach nicht zur Debatte, und so trug man auch bei öffentlichen Gebäuden dem Charakter der Villenkolonie Rechnung. Vergleichbares gilt für das von Havestadt und Conntag, den bedeutenden Architekten-Ingenieuren und Erbauen des Teltowkonals.

 

         

 

 Lynarstr. (Westlicher Teil)

 

Die zur Koenigsallee abfallende Lynarstr. Hat fast durchgängig, selbst an den Neubaugrundstücken der Nordseite, die alten stabeisernen Einfriedungen bewahrt. Mit dem noch erhaltenen Straßenquerschnitt, mit Gehweg und Baumbestand prägen sie eindrucksvoll den Straßenraum. Hinzu kommt als belebendes Motiv der Höhenverspannung zwischen flacher 1890 vom Geheimen Regierungs- und Baurat Friedrich Schulze, der auch Bauherr war, errichtet, ist eines der ältesten Bauwerke der Grunewaldkolonie. Die aus zwei nahezu gleichwertigen Doppelhaushälften bestehende Mietvilla präsentiert sich als Landhaus. Wie vom damaligen Ortstatus verlangt, wurden alle von der Straße einsehbaren Seiten repräsentativ durchgestaltet. Putzflächen, Ziegelrahmungen, Fachwerk bestimmen den malerischen Charakter des Bauwerks. Dominierend aber ist die Silhouette der Dachgiebel über den Erkervorbauten. Die eine Doppelhälfte wurde vermietet so wie renoviert, aber die andere noch nicht. Der Zaun wurde auch erneut und mehrere Bäume sind auch dazu gewachsen, jedoch die Muster auf dem Erker wurden nicht erhalten.  

Von Alexandra Resnikowa, Klasse 4a 2004/05