Höhmannstrasse 10

Ursprünglich gehörte das Haus dem Verleger Louis Ullstein, einem der vier Söhne des Gründers vom Ullstein-Verlag, und seiner zweiten Frau. Er kaufte das Grundstück in Jahre 1929 und begann gleich das Haus im Landhausstil zu bauen. Die Architekten waren Breslauer & Salinger. Es wurde 1930 fertig gestellt.

Louis Ullstein starb nachdem er 3 Jahre in dem Haus gelebt hatte, und seine Frau verkaufte das Haus 1934 an die Frau Geheimrat Hildegard Henschel. Dann wanderte sie zusammen mit der übrigen Familie Ullstein aus Deutschland aus, da sie jüdischer Abstammung waren.

Im Krieg wurde die Villa leicht beschädigt und geplündert. Nach dem Krieg stand es den britischen Militärs zur Verfügung.

Im Sommer 1945 nach dem 2.Weltkrieg zog der britische General und Militärgouverneur Brian Robertson ein. Ab 1950 wohnte in der Villa Sir Ivone Kirkpatrick, der Hoch­kom­missar der brit­ischen Zone in Deutsch­land.

1950 stellten die drei Erben der Ullsteins einen Restitu­tions­antrag für das Haus. Das Gericht einschied jedoch, dass die neuen Eigentümer das Haus gegen eine Zahlung von 18.000 DM an die Ullsteins behalten könnten. Im Jahre 1957 kaufte die britische Regierung dieses Haus dem Berliner Senat ab und es wurde der Berliner Wohnsitz des jeweiligen britischen Botschafters.

Mit dem Umzug der Botschaft von Bonn nach Berlin im September 1999 ist es nun der Hauptwohnsitz des britischen Botschafters. Der jetzige Botschafter Sir Peter Torry bewohnt die Residenz seit Mai 2003.

Auch die Queen hat schon fünf Mal im Haus übernachtet. Das letzte Mal 2001 zur Eröffnung der britischen Botschaft am Pariser Platz. Sie blieb zwei Nächte.

Jedes Jahr im Sommer wird im Garten der Geburtstag der Queen gefeiert. Da werden ca. 1.500 Leute eingeladen und Zelte aufgestellt.  Es ist eine riesige Party.

Ansonsten wird das Haus ständig von mehreren Polizisten bewacht und man kann nur schwer auf das Grundstück schauen. Doch ich hatte eine Audienz mit dem Butler Simon. Ich durfte auf das Grundstück und mir den Garten und das Erdgeschoss des Hauses ansehen, und fotografieren und mit Barney, dem Hund des Botschafters, spielen.

Der Garten ist sehr groß. Er reicht von der Ecke Höhmannstr./Regerstr. bis zur Nikischstr. Eine große Auf­fahrt führt zum Haupteingang des Hauses. Das Haus liegt etwas rückversetzt an der hinteren Grundstücksgrenze und hat auf der Rückseite eine riesige Terrasse und einen Winter­garten, bei dem man früher die Scheiben in den Boden versenken konnte. Aber jetzt nicht mehr, weil jetzt überall Sicherheitsglas eingebaut wurde. Schade!

Im hinteren Garten gibt es auch einen kleinen Teich mit Goldfischen und ein Gewächshaus mit Orchideen.

Außerdem gibt es noch ein Gartenhaus im Vordergarten, in dem u.a. drei Garagen und eine Gästewohnung untergebracht sind.

Das Haupthaus selbst hat 28 Zimmer, davon 8 Gästezimmer, und 14 Bäder. Im Erdgeschoss liegen die Empfangsräume, die ich fotografieren durfte: das Kamin­zimmer, das Ess­zimmer mit einem Tisch, an dem bis zu 28 Personen essen können, und der Salon.

 

 

 

 

 

Ich möchte mich an dieser Stelle bei dem Polizisten bedanken, dessen Namen ich leider nicht weis, der mir aber den Zutritt zur Residenz ermöglichte. Außerdem bedanke ich mich recht herzlich bei dem Butler Herrn Simon Müller für seine Führung und die bereitgestellten Informationen und Herrn Wolf für die Informationen zur Geschichte des Hauses zwischen 1945 und 1957.

 

Von Chris Eisenhuth, 4 A 2004/2005