Bismarkplatz

Bronzefigur, 1897 von dem in Grunewald leben den und arbeitenden Bildhauer Max Klein, im zweiten Weltkrieg wahrscheinlich eingeschmolzen; eine Nachschöpfung von Harald Haacke wurde 1996 auf dem alten Granitsockel aufgestellt. Sie wurde vom Heimatverein Wilmersdorf mit Lottomitteln realisiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Bismarck-Skulpturen zeigt diese den privaten Menschen in Zivil mit Hund. Die Inschrift "Dem Fürsten Otto von Bismarck – Die dankbare Kolonie Grunewald" bezieht sich auf Bismarcks Rolle bei der Gründung der Villenkolonie im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kurfürstendammes als Boulevard.

Bismarck schrieb am 5.2.1873 an den Geheimen Kabinettsrat von Wilmowski 1889 wurde die Villenkolonie Grunewald angelegt, die Grundstücke baureif gemacht und verkauft. 1899 erhielt die Kolonie den Status einer selbständigen Landgemeinde. Allgemein wurde sie in Berlin die "Millionärskolonie" genannt. Ohne Bismarcks Beharren auf dem Kurfürstendammausbau und seine Bereitschaft, dafür auch Grunewaldgelände zu opfern, wäre die Villenkolonie nicht entstanden. Am 24.1.1898 benannt nach dem ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck, einige Monate vor Bismarcks Tod am 30.7.1898 in Friedrichsruh, von 1891 bis 1898 hiess der Platz Joachimplatz. Der Förderer der Villenkolonie Grunewald: Otto von Bismarck.

                         

Um 1889 begann die bauliche Erschliessung des zwischen Grunewald und Halensee gelegenen Areals. Ein Bankenkonsortium übernahm mit Unterstützung Bismarcks die Errichtung einer Villenkolonie im neuen Westen Berlins. Vier Seen (Diana-, Hertha-, Koenigs-, Hubertussee) wurden künstlich angelegt. Der kurfürstliche Reitweg wurde zum Kurfürstendamm ausgebaut, dem neuen Berliner Boulevard im Westen der Stadt Grunewald war außerhalb Berlins gelegen und steuerlich bevorzugt. Die Strassen- und Bebauungsplanung der "Landgemeinde" war ihren künftigen Anwohnern angemessen ganz im hochherrschaftlichen Stil der Epoche. Das gesellschaftliche Renommee und Repräsentationsbedürfnis der "Kolonisten" zeigte sich in ihren Palais, Schlossvillen und Landhäusern. Professoren, Bankiers, erfolgreiche Künstler wohnten in Grunewald und luden hier ein. 1997 liess die "dankbare Villenkolonie Grunewald" ihrem Förderer Fürst Bismarck auf dem Bismarckplatz ein Denkmal errichten. Die Bronzefigur wurde nach dem Krieg eingeschmolzen. Seit 1996 steht hier eine Nachschöpfung von Hans Haacke.

 

Die Charlottenburger hatten Bismarck zu verdanken, das der Kurfürstendamm als eine bepflanzte Allee mit einer Breite von 53 Metern angelegt wurde. Sie bildete als Reitweg die Hauptverbindung zwischen dem Tiergarten und dem Grunewald. Daraus ergab sich wiederum ab 1890 der Bau der Villenkolonie Grunewald, auf den Fürst Bismarck ebenfalls Einfluss nahm. Aus Dank dafür wurde ihm dort auf dem Bismarckplatz ein Denkmal des Bildhauers Max Klein gewidmet, das in seiner Anwesenheit am 10.5.1897 enthüllt wurde. Die Preussische Akademie der Künste nahm Bismarck-Schoenhausen 1895 als Ehrenmitglied auf. Er wurde in einem Mausoleum auf dem Gut Friedrichsruh bei Hamburg bestattet.

                                                                                                

 

                                                                                                 Von Ruth Jakoubova Klasse 4a 2004/05