Ein Besuch des Schriftstellers Wladimir Kaminer

in der Klasse 5 c

Fr. Wortmann

Mittwoch, der 12. Februar sollte für unsere Klasse ein ganz besonderer Tag werden. Wir erwarteten den Besuch des berühmten Schriftstellers Wladimir Kaminer. Am Vortag hatten wir in Gruppen die Fragen erarbeitet, die wir Herrn Kaminer stellen wollten.

Am Tag des Besuches schmückten wir den Tisch, an dem Wladimir Kaminer sitzen sollte, mit einer Tischdecke und einem Blumenstrauß. Außerdem füllten wir einen Korb mit von uns mitgebrachten Süßigkeiten. Auch auf unseren Gruppentischen hatten wir Süßigkeiten stehen.

Herr Kaminer kam in Begleitung von Deborah Kopmanns Mutter, die einen russischen Zeitungsverlag leitet und einer Journalistin namens Vera. Die Gäste wurden von unserer Lehrerin, Frau Wortmann, und uns begrüßt. Die beiden Frauen setzten sich an einen der Gruppentische, Herr Kaminer nahm an dem für ihn geschmückten Tisch Platz. Zunächst bewirteten wir unsere Gäste mit Tee. Frau Wortmann erzählte Herrn Kaminer, dass wir Fragen vorbereitet hätten und fragte ihn, ob wir ihn interviewen dürften. Wer wollte durfte sich melden und seine Fragen stellen. Zwischendurch kamen auch der Schulleiter, Herr Grimm, und die Lehrerin Frau Clasen dazu. Alle Fragen wurden von Herrn Kaminer beantwortet. Er ist Russe, der seit elf Jahren in Deutschland lebt. Er wurde 1966 in Moskau geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte anschließend Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin, wo er als Autor sehr bekannt ist. Wladimir Kaminer veröffentlicht regelmäßig Texte in der FAZ, hat eine Kolumne in der taz, moderiert beim SFB und organisiert im Café Burger Veranstaltungen wie die "Russendisko". Er hat die Bücher "Schönhauser Allee", "Russendisko", "Militärmusik", "Die Reise nach Trulala" und "Frische Goldjungs" geschrieben. Von sich selbst denkt er, dass er gut Gitarre spielt, seine Frau findet das allerdings nicht. Das fand ich lustig. Am Anfang wirkte Herr Kaminer ein wenig schüchtern. Das kam sicher, weil er als Schriftsteller noch nie eine Schule besucht hat. Später wurde er aber sehr lustig und es schien ihm zu gefallen, dass wir so viele Fragen hatten und interessiert zuhörten.

Anschließend erzählte uns die Journalistin Vera von ihrer Arbeit. Sie arbeitet im Bereich Kultur und führt viele Interviews durch. Vera berichtete, dass das Wichtigste in ihrem Beruf sei, immer ehrlich zu sein. Sie musste dann gehen, weil sie noch zu einem Interview wollte. Unsere Sekretärin, Frau Kabrane, rief ihr ein Taxi.

Herr Kaminer las uns dann aus seinem Roman "Schönhauser Allee" vor. Er las eine Geschichte vor, in der Vietnamesen in der Silvesternacht ganze Säcke mit Knallern auf die Straße schleppten und immer mehr knallten. Als alle anderen mit dem Feiern fertig waren, dachten die Vietnamesen noch lange nicht ans Aufhören. Die Geschichte war sehr lustig geschrieben und hat mir viel Spaß gemacht.

Zum Schluss bekamen wir alle noch ein Autogramm. Ich hatte mir einen Schriftsteller ernst vorgestellt, aber Herr Kaminer war sehr nett und witzig. Ich fand es sehr interessant, einen echten Schriftsteller kennengelernt zu haben.

Svenja Steitz, Klasse 5 c

Grunewald-Grundschule - Delbrückstr. 20A - 14193 Berlin - Deutschland