evangelischer, jüdischer und katholischer Religionsunterricht

und

Lebenskundeunterricht


Aus Bibel und Talmud

Welche Lehrerin, welcher Lehrer freut sich nicht, wenn sein Unterrichtsfach zum "Lieblingsfach" erkoren wird. Fragt man zurück: Wieso?, erhält man beim Fach Mathematik die Antwort: Weil ich so gerne rechne oder beim Fach Deutsch: Ich schreibe so gern. Beim Lieblingsfach Religion antworten die Schüler und Schülerinnen auf die Wieso-Frage: Weil da so schöne Geschichten aus der Bibel erzählt werden oder weil wir über Gott und die Welt reden.

Menschen aller Jahrhunderte haben von ihren Erfahrungen mit Gott und der Welt erzählt, haben die biblische Überlieferung auf ihren Antwortcharakter für die menschliche Existenz befragt und Befähigung zum Handeln und zur Verantwortung in der gegenwärtigen Gesellschaft gefunden.

Der Religionsunterricht hat Anteil an dem schulischen Erziehungsauftrag, "die Kinder auf das Leben vorzubereiten". Dabei kann es uns in unserem Unterricht nicht nur um die Vermittlung von Wissen und die Beherrschung von Fertigkeiten für den Arbeitsmarkt gehen, sondern auch um das Erlernen von verantwortungsvollem, sozialen Verhalten gegenüber dem Nächsten.

Wenn unsere Kinder etwa lernen Menschen anzuerkennen, die anders sind und anders leben als sie selbst, können sie freier in unserer Gesellschaft bestehen, bzw. dabei helfen den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

"Gute evangelische Christen sollen hier erzogen werden..." heißt es beim Festakt zur Einweihung des Gemeindehauses in der Delbrückstraße 20. Heute finden parallel zum evangelischen Religionsunterricht auch katholischer und seit 1980 jüdischer Religionsunterricht im Auftrag der christlichen Kirchen bzw. der jüdischen Gemeinde als freiwilliges Angebotsfach statt. Unsere Schule setzt mit dem Angebot jüdischen Religionsunterricht eine Tradition fort, deren Wurzeln bereits in der Zeit vor 1933 zurückreichen: In der Nähe unserer Schule, in der Franzensbader Straße, gab es eine Synagoge. Die Kinder dieser orthodoxen Gemeinde wurden in einem Gebäude der Grunewald-Grundschule unterrichtet.

Lernen im Religionsunterricht hat durch das Hinzukommenm des katholischen und jüdischen Unterrichts eine neue Dimension bekommen. Mehre Religionslehrer planen und erarbeiten Formen des gemeinsamen Unterrichtens mit dem Ziel Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten unserer Glaubensüberlieferungen und Lebensweisen wahrzunehmen, alte Vorurteile zu hinterfragen und abzubauen. So findet der Religionsunterricht bei uns nicht hinter verschlossenen Türen statt, sondern wir besuchen uns gegenseitig in unseren Klassenräumen, besuchen Kirchen und Synagogen, lernen voneinander und miteinander. Jüdische Feste und Bräuche werden bei uns nicht nur theoretisch abgehandelt, sondern werden nach Möglichkeit gemeinsam gefeiert. Wir feiern Sukkot und Erntedankfest, Chanukka und Weihnachten, Pessach und Ostern. Wir begrüßen und verabschieden uns mit dem verheißungsvollen Wort "Schalom" und hoffen, dass es sich mit Inhalt füllt.

"In jedem Menschenkind steckt ein Funken jener göttlichen Kraft, nur muss man verstehen, ihn zu entfachen",

hieß es vor 100 Jahren bei der Einweihungsfeier unserer Schule.

Daran arbeiten wir!

Denn wie lehrt schon der Talmud:

"Auf dem Atem der Schulkinder ruht die Welt".

Ellen Barg
aus 100 Jahre Grunewald-Grundschule verändert


Lebenskundeunterricht
an der Grunewald-Grundschule

Seit dem Sommer 2ooo wird auch der Lebenskundeunterricht an der Grunewald-Grundschule erteilt, da bei vielen Eltern der Wunsch nach einer Alternative zum Religionsunterricht bestand.

Lebenskunde, was ist das?

Es ist ein freiwilliges Unterrichtsfach ohne Zensuren. Es wird gleichberechtigt neben dem Religionsunterricht angeboten. Grundlagen des Lebenskundeunterrichts sind Erkenntnisse über die Natur und die Gesellschaft sowie Lebensregeln, auf die weltlich-humanistischen Traditionen beruhen. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Selbstbestimmung und Toleranz.

Was passiert im Unterricht?

Lebenskunde behandelt die Erfahrungen, Gefühle und die Gedanken der Schülerinnen und Schüler. Hier können sie über den Sinn ihres Lebens gemeinsam nachdenken und mit viel Spass ihre Umwelt und sich selbst ein wenig besser kennen lernen.
Freundschaft und erste Liebe, Erwachsenenwelt und Kinderalltag, Selbstvertrauen und Übermut, Tod und Verantwortung sind nur einige Themen, mit denen wir uns im Unterricht befassen. In Gesprächen, Rollenspielen und Projekten werden moralische ethische Fragen behandelt.
Lebenskunde knüpft an das in anderen Fächern erworbene Wissen an. Die Schülerinnen und Schüler werden ermuntert, über sich selbst und die Welt nachzudenken und Standpunkte aus nicht religiöser, humanistischer Sicht zu entwickeln. Dabei lernen sie auch Gedanken anderer Religionen und Weltanschauungen kennen, denen sie im Alltag begegnen oder die weltweit bedeutsam sind.

Wer kann teilnehmen?

Der Lebenskundeunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler offen. Voraussetzung ist eine formlose schriftliche Anmeldung. In der Regel wird das Fach mit zwei Wochenstunden erteilt. Die Anmeldung kann im Schulbüro, beim Klassenlehrer, beim Lebenskundelehrer soweit der Lebenskundeunterricht schon erteilt wird oder beim
Humanistischen Verband Deutschland, Wallstr, 61-65, 10179 Berlin, Telefon 030- 61390460,
erfolgen. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen. Eine weitere Möglichkeiten schnell an Informationen zum Lebenskundeunterricht zu kommen:
www.lku@humanismus.de

Mit freundlichen Grüßen der Lebenskundelehrer

Grunewald-Grundschule - Delbrückstr. 20A - 14193 Berlin - Deutschland