Verkehrs-Chaos vor der Schule

- Gibt es Lösungen?

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Bitte setzen Sie ihr Kind außerhalb der Delbrückstraße ab!

Ein kurzer Schulweg schadet wirklich nicht!

Aber die Abgase und der Verkehr gefährden auch ihr Kind!

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Wer kennt ihn nicht? Gemeint ist der morgendliche Stau vor unserer Schule. Insbesondere bei unfreundlicher Witterung geht an manchen Tagen gar nichts mehr. Kinder schlängeln sich zwischen ineinander verkeilten, hupenden Autos samt Abgaswolken hindurch.

Das Problem ist nicht neu und beschäftigt Eltern, Lehrer und die Polizei seit geraumer Zeit. Bereits im Jahre 1972 fand sich erstmals eine Elterngruppe zusammen, die wegen des starken Verkehrsaufkommens zu bestimmten Zeiten und der damit verbundenen erhöhten Unfallgefahr für unsere Schulkinder aktiv wurde.

1974 gelang es einer Elterninitiative eine Halteverbotsregelung vor dem Schulgrundstück durchzusetzen. Gleichzeitig wurden an der Delbrückstraße, Ecke Richard-Strauss-Straße Schülerlotsen eingesetzt um Kinder, die den Weg zur Schule zu Fuß bewältigen, sicher über die Fahrbahn zu geleiten.

Die Verkehrssituation entspannte sich anfangs deutlich, doch schon bald war alles beim Alten und die zuständige Dienststelle der Polizei beabsichtigte die Rücknahme dieser Regelung, da eine derart häufige Übertretung der Verkehrsgebote nicht verantwortbar war.

Und dies trotz vielfältiger Bemühungen. Der Verkehrsausschuss hat in Einzelaktionen gewirkt, hat mit Plakaten auf die Situation aufmerksam gemacht, Fahrer immer wieder angesprochen; ein Film, der das Chaos dokumentieren sollte, entstand und wurde auf Elternabenden gezeigt und besprochen. Seitens der Schulleitung wurden schriftliche Aufforderungen, den Schulbereich mit dem Auto zu meiden, an alle Eltern versandt. Der Vorstand der Elternvertretung verteilte Handzettel mit Bitten und Mahnungen.

Einen Ausweg aus der Misere sollten nun Betonpoller bieten, die in die Fahrbahn eingelassen wurden. Damit verwandelte sich die Straße allerdings in eine unübersichtliche Slalomstrecke und da sich an dem »hausgemachten Problem« trotz dieser Maßnahme, trotz Polizeiaufgebots und wieder Eltern-, Lehrer- und Schüleraktionen nichts änderte, war das Verkehrschaos perfekt.

Gegen Proteste des Bezirksamtes und der Schulelternvertretung wurde Ende 1986 das Halteverbot aufgehoben, weil es einfach nicht durchzusetzen war. Man einigte sich auf einen Kompromiss: In der Delbrückstraße wurden Bereiche eingerichtet, in denen das Halten verboten ist, und solche, in denen ein kurzes Ein- und Aussteigen erlaubt ist.

Im Sommer 1987 wurden auch die Betonpoller entfernt und der Bürgersteig an zwei Stellen so verbreitert, dass jeweils nur ein Auto passieren kann. Das ist der Status quo.

Obgleich schon mehrmals Kinder angefahren wurden und trotz aller Anstrengungen, die Sicherheit unserer Kinder zu gewährleisten, ist das Problem geblieben, wie man täglich feststellen kann.

Dennoch werden auch weiterhin von engagierten Eltern Maßnahmen ins Auge gefasst, um die Verkehrssituation vor der Schule zu entspannen und zu verbessern. Viele Eltern setzen sich seit Jahren aktiv ein, aber noch nicht alle, denn sonst gäbe es diese Problematik nicht.

So können wir nur appellieren, appellieren, appellieren, appellieren, appellieren ....

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Bitte setzen Sie ihr Kind außerhalb der Delbrückstraße ab!

Ein kurzer Schulweg schadet wirklich nicht!

Aber die Abgase und der Verkehr gefährden auch ihr Kind!

Quellen:

Festschrift Grunewald-Grundschule 100 Jahre

Karikatur: Peter Ruge

Grunewald-Grundschule - Delbrückstr. 20A - 14193 Berlin - Deutschland